Whisky.de Blog

Solarstrom

 

"Horst_S"
Dass die ganze Sache vollkommen aus dem Ruder läuft, kann man an den Aktien von Solar-World und Q-Cells erkennen. Steigerungen um 300% bis 3.000% waren seit der Einführung des Einspeisegesetzes drin. Richtig aufwärts ging es dann ab dem 1.1.2004 mit der Neuauflage des Subventionsgesetzes. Wussten Sie, dass 30% des TecDax-Kurses von vier großen Photovoltaik-Unternehmen bestimmt wird? Wenn diese Blase über versiegende Subventionen platzt, dann wird den TecDax vermutlich das Los des Neuen Markts ereilen.



...und wie so oft werden dann über Nacht Tausende Leute auf der Straße stehen. Ich bekomme ja nun diese Entwicklung aus nächster Nähe mit, die Fa. Q-Cells in Thalheim bei Bitterfeld/Wolfen liegt in einer Entfernung von ca. 15 km in unmittelbarer Nähe. Im Jahre 1999 mit einer Handvoll Mitarbeiter gestartet, arbeiten heute dort schon über 1000 Leute, perspektivisch sollen es mal 5000 (!) werden. Vor kurzem wurde mit großem Brimborium die 5. Produktionslinie eingeweiht, natürlich auch hier großzügig subventioniert aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt. Grundsätzlich ist natürlich gegen die Schaffung von Arbeitsplätzen zunächst nichts zu sagen. Aber diese Entwicklung bei den Erzeugerkapazitäten halte ich für bedenklich. Es vergeht kein Wochenende, in welchem nicht in allen regionalen Zeitungen in großformatigen Anzeigen Personal gesucht wird.


Das Beispiel Heraeus in Bitterfeld ist mir noch in guter Erinnerung. Auch hier wurden Kapazitäten und Personal u. a. für die Herstellung von Glasfaserkabeln in bis dato nie gekannte Größenordnungen geschraubt. Bis der Markt in den USA und anderen Abnehmerländern faktisch über Nacht zusammenbrach. Und 90% der Mitarbeiter ebenso über Nacht nach Hause gehen durften. Und viele hatten gehofft und geglaubt, in einem Unternehmen mit Zukunftstechnologie bis zur Rente arbeiten zu können. Die dafür mit riesigem Aufwand (und entsprechend subventionierten) Industrieanlagen stehen zum großen Teil bis heute leer.


Mal sehen, wie sich die Erfolgsstory Q-Cells weiterentwickelt.


Gruß Steffen

Interview Bill Lumsden

Hier ist ein aktuelles Interview mit Bill Lumsden von Glenmorangie


Financial Times

Niedrigenergiehaus

In Seeshaupt wurde im Herbst ein Niedrig-Energiehaus bzw. Passivhaus fertig gestellt http://www.passivhaus-seeshaupt.de/. Letztlich war Tag der offenen Tür und wenn man Hausschuhe mitbrachte, so stand einem das ganze Haus zur Besichtigung offen.


Einfach war das mit dem Bau des Hauses nicht. Denn es sieht nun gar nicht Oberbayerisch aus, was einem Kreisbaumeister in der Regel missfällt und auch der Gemeinderat musste erst einmal lernen, um was es bei so einem Haus eigentlich geht. Doch am Ende haben alle zugestimmt.


Worum geht es bei so einem Haus icon_question.gif


Ein Passivhaus soll keine Energie von außen beziehen und ein Niedrigenergiehaus soll weniger als X Wattstunden pro Quadratmeter und Zeiteinheit umsetzen. Soweit die Theorie.


Was sind die gängigen Ansätze? Isolation, Isolation und Isolation! Dazu noch Wärme(rück)gewinnung, wo immer man dazu in der Lage ist.


Dieses Haus ist damit ganz toll isoliert. Dicke mit 20cm starkem Polystyrol isolierte Wände und Dreifachverglasung. Wichtig ist, dass keine Wärmebrücken wie herausragende Träger, 'bevorzugt' aus gut leitendem Metall aber auch aus Holz, durch die Isolation dringen.


Beheizt wird das Haus mit thermischen Solarkollektoren und einem wirklich kleinen Holzofen mit Wassererwärmungseinsatz. Am meisten muss man sich wohl daran gewöhnen, dass man im Winter nicht mehr lüften sollte. Stattdessen läuft im Keller eine Lüftungsanlage, die die warme, verbrauchte Luft in den feuchten Bädern und der Küche absaugt und durch einen Gegenstrom-Wärmetauscher in die Umgebung abgibt. Die von außen angesaugte Luft muss zuerst durch 40m im Erdreich verlegte Rohre strömen, um dann im Wärmetauscher angewärmt zu werden. Die 40m im Erdreich haben einen ausgleichenden Effekt. Im Winter wird die Frostluft durch die Bodenwärme aufgeheizt und im heißen Sommer wird die heiße Umgebungsluft angenehm abgekühlt.


Wärmeenergie für Brauchwasser und Heizung wird in einem großen Wassertank im Keller gespeichert. Sowohl das heiße Wasser aus dem Holzofen als auch die thermischen Solarkollektoren arbeiten auf diesen Speicher.


Wie wenig die Notwendigkeit für Isolation in der Bevölkerung bekannt ist, zeigte ein Angebot eines Fensterbauers. Auf die Frage des Bauherren, warum er nicht wie gefordert die Dreifachverglasung angeboten habe (sondern nur Doppelverglasung) erhielt er zur Antwort: "Dann legen sie halt einen Scheit mehr Holz in den Ofen! So können Sie sich ganz schönes Geld bei den Fenstern sparen."


Nichts verstanden icon_exclaim.gif


Was habe ich von diesem Haus für mich persönlich mitgenommen? Ich habe mich in meiner vergangenen Arbeit, mein privates Haus besser zu isolieren, bestätigt gesehen. Zwar nutze ich noch keine alternativen Energien für Wasser und Wärme, aber mit der dicken Isolation der Hauswände und des Dachbodens in den Jahren 2006 und 2007 habe ich mir gleich passende Solarleitungen vom Keller bis zum Dachboden unter den Putz gelegt.


Leider habe ich die Fenster vor einigen Jahren nicht mit Dreifachglas ausführen lassen. Doch einen Teil dieses Verlustes habe ich jetzt durch Rollläden versucht wieder wett zu bekommen.


Und die Heizung? Auch hier läuft bei mir noch ein normaler Ölbrenner. Der Wirkungsgrad ist mit 92,5% ganz ok. Aber ein Umrüsten auf einen Brennwertkessel oder der Austausch des Brenners macht vom Aufwand her keinerlei Sinn und wird sich finanziell nie rentieren. Lieber spare ich das Geld an und investiere später in eine thermische Solaranlage mit Heizungsunterstützung in der Übergangszeit nebst Wärmepumpe. Doch die Umrüstung auf so eine Anlage kostet allein pro Jahr mehr an Zinsen, als ich insgesamt für Öl ausgebe. An Amortisationen ist dabei noch gar nicht zu denken. Heizöl ist somit immer noch zu billig icon_exclaim.gif Klingt blöd - ist aber so.


Die Ölpreise werden in den kommenden Jahren wohl immer weiter steigen und so wird sich irgendwann die Wärmepumpe tatsächlich rechnen, wenn der Strompreis nicht weiter so extrem steigt und auch die Handwerkerstunden nicht weiter teurer werden wie in den vergangenen Jahren. Vielleicht geht auch in 5 bis 10 Jahren meine Heizung 'glücklich' kaputt und ich kann dann auf ein anderes System ausweichen.


Und was konnte ich zu dem Passivhaus beitragen? Ich habe seit Jahren ein tolles System für meine Warmwasser Zirkulation, das der Hausherr noch nicht kannte. Kernstück ist ein Durchflussmesser mit angeschlossenem Kleincomputer. Dieser misst sämtliche Zeiten der Warmwasserentnahme aus dem Speicher im Keller und lernt so, wann wir im Haus Warmwasser benötigen. Und 15 Minuten, bevor wir 'vermutlich' Warmwasser benötigen werden, schaltet der Computer erst die Pumpe der Warmwasserzirkulation an, die ansonsten immer abgeschaltet bleibt. Das funktioniert wirklich gut, denn der Computer merkt sich für 7-Tage unsere Entnahmedaten kann somit auch die Wochenenden mit dem anderen Lebensrhythmus berücksichtigen.


Das Alles funktioniert so gut, dass unser Ölverbrauch über den Sommer um 66% zurück gegangen ist, da das Warmwasser über den Tag nicht länger im Kreis schwindelig gepumpt wird und dabei ständig trotz Isolation abkühlt. Das Gerät hat mit Einbau 300 Euro gekostet und hat sich damit in einem Jahr rentiert.


Des einen Freud bedeutet aber auch des anderen Leid. Keine Rentabilitätsrechnung schafft es, uns thermische Solarkollektoren für diesen restlichen minimalen Ölverbrauch für Heißwasser im Sommer rentabel zu rechnen. Dafür fallen die Installationen in Solarenergie viel zu hoch aus - etwaige staatliche Subventionen bereits abgezogen. Wir werden so tatsächlich auf das Versagen des Ölbrenners warten müssen.

Steuern

Wir von The Whisky Store zahlen Steuern. Und das ist gut so. Das zeigt uns, dass wir Geld verdienen. Beim gestrigen Beitrag über den Restrisikoträger führte ich jedoch an, dass der Staat mittlerweile sich wieder in eine Substanzbesteuerung flüchtet. Er bangt wohl um seine Einnahmen.


Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass es früher (im Mittelalter ??) einmal anders gewesen sein soll. Damals wurde Besitz besteuert. Einfach so. Ob man Geld damit verdiente oder nicht. Wer etwas hatte (vermutlich Lehen, Immobilien und Leibeigene), der wurde besteuert. Die mittlerweile auf Bundesebene abgeschaffte Vermögenssteuer und die ebenfalls weggefallene Gewerbekapitalsteuer waren wohl mit den Steuern dieser alten Zeit vergleichbar.


War das gut oder schlecht icon_question.gif


Für mich war früher die Vermögenssteuer als Jugendlicher hochgradig ungerecht. Meine Familie hatte zwar kein zu versteuerndes Vermögen aber ich wusste, dass ich einmal ganz schrecklich reich werden würde icon_wink.gif Wäre Bill Gates damals schon so reich gewesen, er wäre nix in meiner pubertierenden Vorstellung gewesen. Und dann wollte man mir meinen zukünftigen Reichtum besteuern. Nee - das war nix für meiner Mutter Sohn.


Heute hat sich meine Einstellung dazu geändert. Das mit Bill Gates ist nichts geworden - und wird wohl auch nichts mehr werden icon_wink.gif Und hier in Seeshaupt, der 8-reichsten Gemeinde Bayerns - so stand es zum Jahresbeginn in der Zeitung, stehen so einige Häuser und Geschäftsbauten leer und Gewerbegrundstücke werden nicht bebaut. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ziemlich viele bei uns satt sind und sich nicht mehr anstrengen und auch nichts mehr investieren.


Wer fleißig ist und ordentlich wirtschaftet, der sollte sein Vermögen jedes Jahr im langen Durchschnitt um mindestens 10% mehren können. Der DAX zeigt es uns. Warum nicht diesen fiktiven Zugewinn - als willkürlich festgesetzten Benchmark - wie im Mittelalter wieder besteuern?


Das würde die Besitzenden in unserem Land doch wieder deutlich unter Druck setzen. Unser Artikel 14 im Grundgesetz (Eigentum verpflichtet), würde damit wieder eine bessere Bedeutung bekommen.


Doch all das ist nur ein fiktiver Gedanke und keinen Schuss Pulver wert. Unser Steuersystem ist so komplex und die Mehrheiten im Volk sind so wenig ausgeprägt, dass nur mehr sehr geringe Änderungen durchsetzbar sind und ich bin mir gar nicht sicher, ob ich steuertechnisch wieder ins Mittelalter zurück möchte.


Da ist mir die lückenlose Steuerprüfungen unserer heutigen Zeit mit nachvollziehbaren Regeln und Gesetzen doch deutlich lieber.

Rest-Riskoträger

Sie wissen, was ein Restrisiko ist? Denken Sie an eine Versicherung mit Selbstbeteiligung wie beim Auto und bei privaten Krankenversicherungen. Wenn nun ein Schaden eintritt, dann zahlen Sie bis zur Höhe der Selbstbeteiligung. Das Restrisiko übernimmt die Versicherung. Und das kann ganz schön heftig werden. Dafür sind Versicherungen ja da.


Doch mit dem Restrisikoträger aus der Überschrift meinte ich eigentlich jemanden ganz anderen. Nämlich den Unternehmer. Nehmen wir einmal (Überraschung icon_wink.gif ) einen Whiskyhändler.


Er kauft Ware und bezahlt damit gleich einmal Umsatz- und Branntweinsteuer. Zusätzlich bezahlt er Räume, Personal, Sozialversicherungen, Berufsgenossenschaften, und, und, und. Sie wissen schon - jetzt folgt das gekonnte Klagen!


Die Klage ist der Gruß des Kaufmanns. Lernen Sie Klagen ohne zu Leiden icon_wink.gif


Ob ganz am Ende des Jahres etwas übrig bleibt? Oder werden die auflaufenden Kosten den ganzen Gewinn auffressen? Dies ist und bleibt ein Risiko. Und dieses Restrisiko trägt der Unternehmer.


Wenn es nun Knall auf Fall zu einer Pleite käme? In welcher Reihenfolge wird der Rest des Kuchens - so denn nun etwas übrig bleibt - verteilt icon_question.gif


Da gibt es ganz klare gesetzliche Vorschriften. Zuerst kommen alle Anderen. Staat, Sozialkassen, Mitarbeiter, Banken, Lieferanten, ... Alles nach der Regel: Zuerst die Allgemeinheit und dann immer spezieller werdend die einzelnen Gläubiger und ganz am Ende folgt der Unternehmer. Das ist nicht immer einfach. Auch um die Position der Banken ist Streit aufgekommen. Dürfen die Banken, wenn sie sich ins Grundbuch bei Immobilien haben eintragen lassen, vor dem Staat, vor den Sozialkassen und vor den Mitarbeitern bedient werden?


Es gibt natürlich noch einen zweiten großen Restrisikoträger. Und das ist der Staat. Wenn keine Gewinne anfallen, dann werden auch keine Steuern fällig. Das ist natürlich bitter und hat unserem Staat bei wirtschaftlichen Abschwüngen in der Vergangenheit zu ganz heftigen Schulden verholfen.


Und deshalb wundert es mich nicht, dass der Staat einen Teil seiner Steuereinnahmen in Zukunft bereits unter dem Jahr in einer Art Substanz-Besteuerung auf Miet- und Leasinganteile kassieren will, die von der Gewinnentwicklung des Unternehmens abgekoppelt werden.


Dies halte ich strategisch für unsinnig. Denn schließlich sollte der Staat dazu motiviert werden für und mit den Unternehmern für wachsenden Wohlstand, mehr Arbeitsplätze und mehr Gewinne und letztendlich mehr Steuern zu agieren. Stattdessen wälzt man das Restrisiko immer weiter auf den Unternehmer ab.


Was jetzt als geschickter Schachzug aussieht, wird langfristig immer schwieriger zu beherrschen werden. Wenn der Staat sich aus dem Risiko weiter zurückzieht, wird der Unternehmer den Risikoaufschlag auf seine Waren vergrößern müssen und sie als Verbraucher werden die Zeche zahlen.


Dies ist natürlich nur ein klitzekleines Mosaiksteinchen. Aber es passt wunderbar zu unserer deutschen Versicherungsmentalität, von der der Unternehmer ausgeschlossen bleibt.