Die Geschichte des Rums

Sylvia Simm | 02. August 2024

Wer Rum hört, denkt zunächst vermutlich an Karibik – Meer und Piraten. 

Die Entstehung des Rums ist eng verbunden mit dem Zuckerrohranbau!

Im 17. Jahrhundert brachten die europäischen Kolonialmächte das Zuckerrohr, das aus Asien stammte, in die Karibik und es entstanden die Zuckerrohrplantagen. Zunächst wurde nur Zucker – ein sehr beliebtes, wertvolles und teures Gut – gewonnen, bis schon bald Alkohol destilliert wurde. Auf den Plantagen entdeckten die Arbeiter, dass das Nebenprodukt der Zuckerherstellung, die Melasse, fermentiert und destilliert werden konnte, um ein starkes alkoholisches Getränk herzustellen. „Tafia“ war der Name des rohen ungefilterten Vorläufers und sowohl Qualität als auch Geschmack waren noch weit vom heutigen Rum entfernt.

Inhaltsverzeichnis

Rum-Kultur

Rum ist mehr als nur ein Getränk! Er ist ein Teil der Kultur und der Tradition vieler Länder. Festivals und Feierlichkeiten, die dem Rum gewidmet sind, finden in verschiedenen Teilen der Welt statt. Bei diesen Events können die Besucher verschiedene Sorten probieren, an Verkostungen teilnehmen und mehr über die Geschichte des Rums lernen. Es ist eine Gelegenheit, die Liebe zu diesem Getränk zu feiern und die Gemeinschaft zu genießen.

So wurde der Rum geboren

Die Destillationstechnik wurde von den Plantagenbesitzern verfeinert und schnell wurde Rum populär. Neben dem Zuckerhandel brachte der Handel mit Rum den Gutsherren satte Gewinne ein. Aber auch Seeleute und Piraten interessierten sich für die neue Spirituose. Für die europäischen Mächte, vor allem England, Frankreich und Spanien, spielte Rum eine zentrale Rolle im Dreieckshandel, bei dem Sklaven, Zucker und Rum zwischen Afrika, der Karibik und Europa gehandelt wurden.

Barbados wird häufig als das Rum Herkunftsland genannt, jedoch kann es nicht sicher belegt werden. Ebenso ist Brasilien im Gespräch. In der Karibik, wie im gesamten Südamerikanischen Bereich entlang der Küsten entstanden Zuckerrohrplantagen.

Die erste urkundliche Erwähnung gibt es 1650 als ‚Rumbustion‘ was so viel wie ‚großer Tumult‘ bedeutet. Heute bestehen neben dem Begriff Rum noch die englische Bezeichnung ‚Ron‘ und die französische ‚Rhum‘

Vom Brand zur beliebten Spirituose

Bei der Zuckerrohrproduktion entsteht als Nebenprodukt Melasse in großen Mengen. Die Sklaven auf den Plantagen waren die ersten, die feststellten, dass diese vergoren als Zuckerrohrschnaps getrunken werden kann. Die Plantagenbesitzer entwickelten den Herstellungsprozess weiter und aus dem Melasse-Brand wurde schließlich Rum, allerdings noch nicht so im Geschmack, wie wir ihn heute kennen.In der Karibik war Rum schnell ein beliebtes Getränk. Es dauerte jedoch noch bis ins 18. Jahrhundert, bis er den Weg nach Europa fand.

Ebenfalls im 18. Jahrhundert war Rum so populär, dass er zum Nationalgetränk Amerikas wurde. Aufzeichnungen sprechen von einem jährlichen Konsum von circa 14 Litern pro Person. Die Prohibition dämpfte vorübergehend den Rumkonsum. In den 1960er Jahren faszinierte die Tiki-Kultur, bei der alles rund um die Karibik beliebt wurde, und trieb den Rumverbrauch erneut nach oben.

Interessantes Verhältnis

Auf 2 Kilo gewonnenen Zucker entfällt 1 Kilo Melasse, das zur Rumproduktion verwendet werden kann.

Seefahrt und Rum

„Und ich blieb am Leben, sag’ ich dir, und das machte der Rum“

Zitat aus dem Roman Die Schatzinsel von Robert L. Stevenson

Die englische Marine trägt maßgeblich zum Erfolg des Rums bei. Nachdem man feststellte, dass auf dem Schiff mitgeführtes Bier oder auch Wein bei den hohen Temperaturen in der Karibik nicht lange haltbar sind, ging man dazu über Rum mit sich zu führen. Und so kamen in der Rum-Geschichte die Piraten ins Spiel, die sich vom Rum angelockt fühlten. Viele Erzählungen ranken sich seitdem um Piraten und Rum.

Die Moral der Truppen der Royal Navy wurde durch die tägliche Ausgabe eine Rum Ration an die Seeleute gestärkt!

Die Tagesration betrug einen halben Liter pro Mann! Rum wurde erstmals 1655 an britische Seeleute als Teil ihres Soldes ausgegeben.  Ab 1731 führte die britische Royal Navy diese Verpflegung offiziell ein – den sogenannten Navy Rum! Anfangs wurde der Rum noch pur bis zu einem Alkoholgehalt von 75% ausgeschenkt, später wurde er mit Wasser verdünnt. Noch heute kennen wir den Rum-Grog.

Bis ins Jahr 1970 gab die britische Royal Navy eine tägliche Rumration an die Besatzung aus. Wer den Rum probieren möchte, wie er bis 1970 ausgeschenkt wurde, sollte den Pusser’s Rum probieren. Charles Tobias kaufte das Rezept von der britischen Marine und verkaufte ihn seitdem unter diesem Namen.

Das Ende einer Tradition: Der Black Tot Day

Über Jahrhunderte hinweg gehörte die tägliche Rumration fest zum Leben der Seeleute in der Royal Navy. Der sogenannte „Tot“, meist ein halber Pint hochprozentiger Rum, diente nicht nur als Stärkungsmittel, sondern war auch Teil der militärischen Disziplin und Kameradschaft.

Am 31. Juli 1970 endete diese jahrhundertealte Tradition jedoch. An diesem Tag erhielten die Matrosen ihre letzte offizielle Rumration. Die Royal Navy hatte entschieden, dass Alkohol an Bord nicht mehr zeitgemäß sei, um die Sicherheit und Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Dieser Tag ging als „Black Tot Day“ in die Geschichte ein.

An Bord wurde das Ereignis mit gemischten Gefühlen begangen. Einige Besatzungen hielten symbolische Trauerfeiern ab, trugen schwarze Armbinden oder gossen den letzten „Tot” feierlich über Bord. Heute erinnert der Black Tot Day Rumliebhaber auf der ganzen Welt an die enge Verbindung zwischen Rum und Seefahrtsgeschichte.

Nachreifung – ungewollt, aber effektvoll!

Bei der wochenlangen Verschiffung in Holzfässern setzte oft unbemerkt eine Nachreifung ein. Temperaturschwankungen, Seeluft und die natürliche Bewegung des Schiffs ließen den Rum intensiver mit dem Holz in Kontakt treten. So nahm er zusätzliche Aromen auf, wurde runder im Geschmack und entwickelte oft eine überraschende Tiefe. Was ursprünglich ein Nebeneffekt des Transports war, entpuppte sich als willkommenes Qualitätsmerkmal – und trug dazu bei, dass der Rum bei seiner Ankunft noch begehrter war als beim Start der Reise.

Eine besondere Form des Navy Rums

Der Navy Strength Rum ist eine eigene Form des Navy Rums. Er hat einen Alkoholgehalt von etwa 57 % Volumenprozent (ABV) und ist besonders stark. Der Begriff "Navy Strength" stammt aus der Zeit, als der Rum so kräftig sein musste, dass er noch brennbar blieb. Als Nachweis dafür, dass der Rum nicht verwässert war, wurde er auf Schießpulver gegossen und angezündet. Hatte er über 57 Prozent Alkohol – oder 100 Proof – brannte das Schießpulver und man hatte den Beweis für einen Navy Strength Rum.

Dieser hohe Alkoholgehalt sorgt für einen intensiveren und kräftigeren Geschmack, der an die Tradition der Royal Navy erinnert.

Der moderne Rum

Aus der Karibik stammen 80 % der weltweiten Rumproduktion. Die restlichen 20% verteilen sich über den südlichen Globus. Außerdem wird Rum in europäische Länder importiert, die ihn dann weiter reifen und lagern.

Heute ist Rum in vielen verschiedenen Varianten erhältlich, von leichtem weißem Rum bis zu schwerem, gereiftem Rum. Er wird weltweit in all seinen Facetten pur oder in Cocktails getrunken.

Schön anzuschauen sind die vielen aufwendig und bunt gestalteten Flaschen, die einem neben anderen Spirituosen ins Auge fallen.

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Fazit

Rum ist nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Kulturerbe, das die Geschichte der Kolonialisierung und des Zuckerrohrhandels widerspiegelt.

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Sylvia Simm ist eine erfahrene Mitarbeiterin von Whisky.de. Nach über 20 Jahren im Online-Vertrieb und -Service unterstützt sie das Unternehmen mit ihrem umfangreichen Whisky-Wissen im Marketing. Als Online-Redakteurin und Content-Managerin ist sie für die Redaktion und Aktualisierung der Texte auf den Wissensseiten verantwortlich.

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